OVERTOUCHED SYNDROM: WENN KÖRPERLICHE NÄHE ZU VIEL WIRD
Eigentlich liebst Du Deinen Partner oder Deine Partnerin – aber im Moment löst jede noch so kleine Berührung den Drang aus, sofort auf Abstand zu gehen? Dieses Phänomen ist extrem weit verbreitet und hat einen Namen: Das Overtouched Syndrom. Es beschreibt den Zustand einer körperlichen und mentalen Reizüberflutung durch ständigen Körperkontakt.
Was bedeutet Overtouched sein?
Vom Overtouched Syndrom spricht man, wenn das Nervensystem durch dauerhafte körperliche Reize so stark überlastet ist, dass jede weitere Berührung als unangenehm, störend oder sogar aggressiv machend empfunden wird.
Besonders häufig betrifft dies Eltern (vor allem Mütter), die den ganzen Tag ein Baby tragen, stillen oder kleine Kinder betreuen. Am Abend ist der „Körper-Speicher“ schlicht voll – selbst ein liebevolles Streicheln des Partners kann dann als Zuviel empfunden werden.
Typische Anzeichen
- Zucken oder Zurückweichen bei unerwarteten Berührungen.
- Innere Unruhe oder Reizbarkeit, sobald jemand sehr nahe kommt.
- Das dringende Bedürfnis, alleine in einem Raum zu sein und den eigenen Körper ganz für sich zu haben.
- Schuldgefühle gegenüber dem Partner, weil die Abneigung fälschlicherweise als Liebesentzug missverstanden wird.
# Wichtig für die Beziehung:
Das Overtouched Syndrom ist kein Zeichen dafür, dass die Liebe erloschen ist. Es ist eine reine Schutzreaktion Deines Nervensystems auf Reizüberflutung.
Wie entkommt man der Überreizung?
- Offen darüber sprechen: Erkläre Deiner Partnerschaft, dass es nicht an ihr liegt, sondern an Deinem überlasteten Nervensystem.
- Bewusste Berührungspausen einlegen: Gönne Dir feste Zeiten ohne jeglichen Körperkontakt, um Deinen Energiespeicher aufzuladen.
- Sanfter Widereinstieg: Findet gemeinsam Formen von Nähe, die weniger intensiv sind – wie nebeneinander zu liegen, ohne sich direkt fest zu umarmen.
Fazit: Berührungsüberempfindlichkeit ist menschlich. Wer die eigenen Grenzen rechtzeitig erkennt und kommuniziert, schützt nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern auch die Partnerschaft.